Buongiorno notte
Italien 2003, 106 Min., 35mm, I/df, Farbe
REGIE: Marco Bellocchio
DREHBUCH: Anna Laura Braghetti, Paola Tavella, Marco Bellocchio, Daniela Ceselli
MIT: Maya Sansa, Luigi Lo Cascio, Roberto Herlitzka, Pier Giorgio Bellocchio
1978 kidnappten Terroristen der italienischen Roten Brigaden den Politiker Aldo Moro. Nach einer Gefangenschaft von zwei Monaten wurde er tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Marco Bellocchio erzählt die Geschichte dieser Entführung konsequent aus der Perspektive der Täter. Eindringlich schildert er, wie den Geiselnehmern unmerklich die Kontrolle über die Situation immer mehr entgleitet, was im zunehmenden Zwang zu handeln mündet. Dargestellt wird das eigentliche Scheitern einer revolutionären Utopie.
Das formal Faszinierendste an Bellocchios Film ist die Unvermitteltheit, mit der er seine Materialien miteinander in Kontakt bringt. In den Montagen etwa von historischer Aufnahme und rein subjektivem Traumbild, von Kammerspiel-Realität und Vatikan-Imagination entsteht ein Zugleich von Bewusstseinsstrom und Zeitströmung.
(Ekkehard Knörer)